Sonntag, 17. Februar 2013

new yorker protestmode.

irgendwie ist das doch verrückt: chloë sevigny, die anfang der 90er jahre zum lässigsten mädchen der ostküste erklärt wurde, geht so langsam auf die 40 zu. das erscheint wahrscheinlich deshalb so verrückt, weil an chloë immer noch ihre ersten rollen kleben: im hinterkopf steckt stets ein stück der 16jährigen jenny aus larry clarks kids. da verwundert nicht, dass sevigny über ihre zusammenarbeit mit opening ceremony sagt: My collections are always an ode to my teenage years. It's very narcissistic. denn sevigny hat sich ihr interesse an der inszenierung des neuesten heißen scheiss stets bewahrt. für die winterkollektion 2013 hat sich die schauspielerin von occupy wall street anstoßen lassen, erzählte sie dem interview magazine: I was hanging out in the park and seeing all the kids and how they were dressing for the elements and what not and I was watching all these films about protests groups and protest culture, and looking at images and books, and of course it led me back to the '60s because it was such a big change time of change in America when all the young people were out in the streets in mass. nun also protestmode a la opening ceremony, die in einer kirche auf der lower east side gezeigt wurde: während kim gordon und co auf einer kleinen bühne aus spanplatten in die seiten hauen, stehen models mit schwarzen lidschatten im sixties-style daneben und halten selbst gemalte schilder in die höhe. auf denen stehen keine polit-parolen (das wäre ja viel zu banal), sondern: ham, thinner oder goat pussy. das ganze ein absurdes spiel mit zitaten von den 60ern bis in die 90er jahre: bubikrägen, plastikhaarspangen, lackledermäntel. mich haut der neueste eklektische modemix à la chloë nun überhaupt nicht vom hocker. ganz im gegenteil: ich bin genervt von diesem einfallslosen tappen in die retrofalle. eigentlich müssten davon doch längst alle gelangweilt sein, oder wie seht ihr das?
       

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich glaube mich sehr gut zu erinnern, dass sich blica in der Vergangenheit gerne als Fan von Sevigny geoutet hat - gerade auch im Bezug auf ihre ach so coolen und trendigen Kurzhaarfrisuren - wie nennt man ihn gleich noch mal, ach ja, den feschen Bob!
Jetzt auf einmal ist blica also gelangweilt von Sevignys designten Retrokram.
Wen wunderts? Retro und Sevigny sind langweilig.
Dabei war doch Sevigny immer so schön Avantgarde. Nach Meinung von blica.

blica hat gesagt…

ganz richtig, ich bin ein fan der kurzhaarfrisuren von chloe sevigny. das heißt aber doch noch lange nicht, dass ich nicht der retroelemente dieser kollektion überdrüssig sein darf, oder?

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